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  <header>
    <title>Gedichte - Was am Ende übrig bleibt</title>
    <document>
      <created>Februar 2008</created>
      <last_changed>24.02.2008</last_changed>
      <author>Christian Messow</author>
      <initiator>Christian Messow</initiator>
    </document>
  </header>
  <main>
    <subchapter level="1" title="Phase eins">
      <subchapter level="1" title="Blaue  Blume">
        <text type="main">So zart, so klein, so sonderbar
          <br/>Steht eine Blume am Wegesrand.
          <br/>Sie wiegt sich im Wind und bricht beinah'
          <br/>Durch eines Wanderes Hand.
          <br/>
        </text>
        <text type="main">Das kleine Wesen unbekümmert,
          <br/>Bewundert von manch beneidend Blick,
          <br/>Singt tagein, tagaus erinnernd
          <br/>Von ihrem stetigem Glück.
          <br/>
        </text>
        <text type="main">Stolz zeigt sie ihre blaue Blüte.
          <br/>Strahlt, um stets schön zu sein.
          <br/>Da hüpft pfeifend mit frohem Gemüte
          <br/>Ein Verliebter von Stein zu Stein.</text>
        <text type="main">Er sieht das Pflänzchen wunderschön,
          <br/>Reißt es ab und rennt davon,
          <br/>Zu bringen dem allerliebsten Mädchen
          <br/>Die blaue Blume, die Illusion.</text>
        <text type="main">Bei der Dame angekommen,
          <br/>Betrachtet er, was er gepflücket hat.
          <br/>Halb verdorrt, was einst so besonnen
          <br/>Im goldenen Sonnenschein gebadet.</text>
        <text type="main">Und wer es am Ende nicht durchschaut,
          <br/>Dem muß man hier verzeihen:
          <br/>Verliebt wirft er es ohne Trauer fort.
          <br/>Seiner Liebe wird er Küsse weihen.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="In deinen Augen">
        <text type="main">Deine Augen,
          <br/>Sie funkeln wie Sterne, wenn du glücklich bist,
          <br/>Sie sind wie der dunkle Sturm, wenn Haß dich erfüllt,
          <br/>Sie sind sanft wie die Nacht, wenn du Nähe suchst,
          <br/>Sie erstrahlen kalt, wenn du alle Welt verfluchst.
          <br/>
        </text>
        <text type="main">Deine Augen,
          <br/>Sie haben mich gefangen,
          <br/>Und ich weiß nicht, wie es geschah.
          <br/>
        </text>
        <text type="main">In deinen Augen
          <br/>Find ich mich wieder,
          <br/>Meinen Wahn, meinen Schmerz.
          <br/>
        </text>
        <text type="main">In deinen Augen
          <br/>Ist Chaos, sind Tränen,
          <br/>Die ich trinke, um dich zu verstehen.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Das Kartenhaus">
        <text type="main">Die Zeit,
          <br/>Die langen Stunden,
          <br/>In denen ich träumte und viel ersann
          <br/>Und dachte,
          <br/>Alles davon kann wahr werden.</text>
        <text type="main">Ich spielte wie ein kleiner Junge,
          <br/>Baute Stück für Stück mein Haus aus Karten -
          <br/>Jeden Traum, jeden Wunsch, jedes Erlebnis.</text>
        <text type="main">Ich stand da und bewunderte mein Werk.</text>
        <text type="main">Und als ich es so betrachtete,
          <br/>Diese Leichtigkeit, diese Zerbrechlichkeit,
          <br/>Fiel es durch einen leichten Windhauch zusammen.
          <br/>
        </text>
        <text type="main">Aus diesem Haufen nahm ich Karte für Karte
          <br/>Und schaute sie mir an.
          <br/>Errichtete wieder, was ich begann,
          <br/>Erinnerung für Erinnerung und Traum für Traum.</text>
        <text type="main">Mein Kartenhaus.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Unter versunkenen Sternen">
        <text type="main">Lege dich neben mich unter längst erloschene Sterne
          <br/>Und sage mir, woran du denkst.
          <br/>Was du fühlst, was du spürst,
          <br/>Wenn Tage sich verdunkeln ...
          <br/>Verrate mir alles,
          <br/>nur verführe mich noch nicht.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Eisblumen">
        <text type="main">Draußen jammerte der Wind. Millionen von Schneeflocken wirbelten wild umher.        Es war bitterkalt und keine dieser Nächte, in denen man durch die Wälder streifen wollte.        Alles lag unter einer weißen Decke und ruhte aus.</text>
        <text type="main">Ich schaute hinaus. Der Kamin loderte flüsternd vor sich hin, erzählte Geschichten einer längst vergessen Zeit:        von Blumen, von grünem Gras, von Blütenduft, dem Frühling, dem Sommer, dem Herbst, vom farbenfrohen Spiel der Schmetterlinge,        von singenden Vögeln.</text>
        <text type="main">Doch es war eine Welt aus Eis.</text>
        <text type="main">
          <i>... Mir wurde kalt ...</i>
        </text>
        <text type="main">Und gerade in diesem Augenblick, in diesem Moment erblühten Blumen ... an meinem Fenster. Eisblumen.        Zerbrechlich, zierlich, zart.</text>
        <text type="main">Wer hatte sie gemalt ? Wer hatte sie mit seinen Händen geformt ?
          <br/>Kunstwerke nicht von dieser Welt.        Keines ähnelte dem anderen. Jedes für sich einzigartig.        Wie ein Gedanke. Wie ein Gefühl. Wie ein Traum. Wunderschön. Unerreicht.</text>
        <text type="main">Ich wollte eine pflücken, so groß war mein Verlangen sie zu berühren.</text>
        <text type="main">Doch sie wären verblüht.</text>
        <text type="main">Für immer ...</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Glückliche Tage">
        <text type="main">Die Vergangenheit bleibt hinter uns
          <br/>Wie ein längst vergessener Traum.
          <br/>Wir treiben durch das Universum,
          <br/>Durch den scheinbar endlosen Raum.</text>
        <text type="main">Niemals kommen wir zur Ruhe,
          <br/>Weil wir weiter vorwärts jagen.
          <br/>Doch irgendwann schauen wir zurück
          <br/>Und reden von glücklichen Tagen.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Tagträumer">
        <text type="main">Da unter Birkenhainen lag ich
          <br/>In den Nachmittag hinein
          <br/>Und lauschte den fröhlichen Liedern,
          <br/>Den singenden Vögelein.
          <br/>Über die Felder rauschte der Wind
          <br/>Gleich einem Bach dahin.
          <br/>Es ward in dieser Stille
          <br/>Wunderschöne Melodie.
          <br/>Ein Blütenschleier deckte
          <br/>Die kleine Erde zu,
          <br/>träumend schlief nun alles ein.
          <br/>Ich genoß friedliche Ruh'.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Schatten der Stille">
        <text type="main">Sie stand am Strand im weißen Sand,
          <br/>Die Wellen umspielten ihre nackten Füße
          <br/>Und sie schaute aufs Meer hinaus, hinaus in die Ferne.
          <br/>Glaubte zu finden, was sie suchte.
          <br/>... Sehnsüchte ...
          <br/>Vom Winde davongetragen.
          <br/>Sie war allein und träumte von Dir.
          <br/>Wenn sie schlief, wenn sie wachte.
          <br/>Manchmal mußte sie weinen,
          <br/>Erinnerte sich zurück, konnte dich nicht vergessen
          <br/>Schatten der Stille.
          <br/>Was sie suchte, zu finden glaubte,
          <br/>Vom Sturm hinweggetragen.
          <br/>Und sie schaute aufs Meer hinaus,
          <br/>Der Einsamkeit entfliehend, dem Nichts sich entreißend,
          <br/>Irgendwo.
          <br/>Da draußen, irgendwo
          <br/>Sie in deinen Armen.
          <br/>Einst. Vor langer Zeit.
          <br/>Glaubte vergessen zu können,
          <br/>Und sie quälte sich mit diesen Gedanken.
          <br/>Stürzte sich in die Fluten ...
          <br/>... hinaus aufs Meer. Hoffte dich zu finden
          <br/>Auf dem weiten Meer.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Gedanken">
        <text type="main">Kannst du meine Schreie hören Lebenslicht blind
          <br/>Seelenkind
          <br/>die Augen geschlossen vor der Wahrheit
          <br/>die Tage verflossen ungenossen
          <br/>all die Tränen vergebens
          <br/>mein Geist zerbricht spricht
          <br/>Gefühl der Qual
          <br/>das was war wird sein
          <br/>ist trügerischer Schein
          <br/>ein erfüllter Traum
          <br/>Seifenblasen im Schaum
          <br/>mißverstanden
          <br/>Schlag ins Gesicht Taugenichts
          <br/>- Sie lieben Dich -
          <br/>und ich stehe da unter Wölfen wie ein vergessener Gott vom Leben tot
          <br/>Sterne verglühen und entstehen
          <br/>ich kann es sehen Statuen die still und leise ruhen
          <br/>weltenfremd ungezählte Jahre
          <br/>ist das mein Ziel
          <br/>zu sein
          <br/>gewesen zu sein
          <br/>für Momente für kurze Augenblicke Ich
          <br/>- Ich Selbst -
          <br/>Reise Flucht zu tief war die Schlucht
          <br/>ist der Abgrund ihn zu überspringen
          <br/>mit dem Leben ringen
          <br/>was bin ich was bist du
          <br/>ein Gedanken nur
          <br/>gedankenlos klanglos klangvoll schlafender Fluß
          <br/>Seelenkind Lebenslicht erlischt
          <br/>der Wind erbricht
          <br/>immer nimmer schon kommt die Nacht erwacht oder schlafe zu tief
          <br/>Schreie schreie wieder und höre mich
          <br/>nur die ander'n wandern ins Dunkel
          <br/>seltsam die Welt die auf mich fällt
          <br/>ohne Liebe
          <br/>Heuchelei wie Selbstverzeih
          <br/>Ironie die sich selbsterkennt
          <br/>dezent dann und wann geistiger Wahn
          <br/>gefangen Freiheit erlangen
          <br/>durch die Uhr rinnt der Sand
          <br/>Wellen am Strand
          <br/>da bin ich für kurze Zeit
          <br/>zu zweit zu weit allein
          <br/>kann nicht mehr schreien
          <br/>hörst du mich Lebenslicht
          <br/>zu einem eitlem Tor erwachsen
          <br/>der rächt voller Bitterkeit
          <br/>bin es leid zu sein der zu sein den ihr seht
          <br/>und ich steige auf zu den Wolken
          <br/>schwebe fort sofort
          <br/>orgastisch der Mord
          <br/>Sonnenrebell der ich bin
          <br/>Seelenkind
          <br/>weg von hier zu Dir Gier
          <br/>davongelaufen und die Feuer entfacht
          <br/>verbrenne schreie verzeihe
          <br/>nach dem Beginn kommt das Ende
          <br/>und wann ist Schluß ?</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Wenn der Tag erwacht">
        <text type="main">Weiß die Lilien sind von Tau,
          <br/>Der seltsam von den Blüten träuft,
          <br/>Des Morgens ist der Tag noch grau,
          <br/>voll Schwermut durch die Wiesen läuft.</text>
        <text type="main">So wie ein Schleier silberblau
          <br/>Der Nebel über Gräser trabt,
          <br/>Des Morgens scheint der Tag noch flau,
          <br/>Aus wundersamen Wunden ragt.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Unser Leben">
        <text type="main">Ein weiter Weg führt zu den Sternen,
          <br/>Wir treiben mit der Nacht dahin,
          <br/>Und alles scheint ein bißchen ferner,
          <br/>Wenn wir dem grauen Tag entflieh'n.</text>
        <text type="main">Und leise werden die Gedanken,
          <br/>Die Dunkelheit wird aschenfahl.
          <br/>Wir träumen, als wär's ein Verlangen,
          <br/>Die Welt ist nicht mehr, wie sie mal war.</text>
      </subchapter>
    </subchapter>
    <subchapter level="1" title="Phase zwei">
      <subchapter level="1" title="Dein heller Stern">
        <text type="main">Ein heller Stern brennt still in mir,
          <br/>Jede Nacht schaue ich hinauf.
          <br/>In dieser fremden Ewigkeit
          <br/>Blüht meine Sehnsucht nach dir auf.</text>
        <text type="main">Ein Morgen ohne Widerkehr,
          <br/>Die Sonne verschleiert dein Gesicht,
          <br/>Ich weiß, du bist dort irgendwo,
          <br/>Ein heller Stern. Ich liebe Dich.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Entwurzelt">
        <text type="main">Bin ich zu fühlen bereit, was das Auge sieht,
          <br/>was die Finger spüren und die Nase riecht ?</text>
        <text type="main">Bin ich zu glauben bereit, was mein Herz berührt,
          <br/>meine Sinne erleben, meine Ängste schürt ?</text>
        <text type="main">Bin ich zu sein bereit, wie ich wirklich bin,
          <br/>was der Tag mir bietet, liegt in allem ein Sinn ?</text>
        <text type="main">Bin ich zu geben bereit, wenn man mir alles nimmt,
          <br/>wenn ich ich sein kann, als wäre ich noch ein Kind ?</text>
        <text type="main">Bin ich zu sterben bereit, weil ich glücklich war
          <br/>und nicht mehr suche, denn die Bedeutung ist klar ?</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Die Schläfer">
        <text type="main">Während Sturm um Türme treibt,
          <br/>und die Nacht die Mächtigen mahnt -
          <br/>... grad zum Zeitvertreib ?
          <br/>Und nur der Wache ahnt:
          <br/>dass der Schlaf den Schläfer wiegt;
          <br/>bald sind die Wälder kahl,
          <br/>im Kampf besiegt,
          <br/>dem Tode nah.</text>
        <text type="main">Findet kaum jemand sich, der Bäume pflanzt
          <br/>und seinen Traum in Räume ragt,
          <br/>von sich alles abverlangt,
          <br/>nicht nur unter Zeugen sich plagt;
          <br/>sich unterjocht, ’?! für Höheres bereit ...</text>
        <text type="main">Aus der Traum, ... sind ungewillt !!!
          <br/>Eine schöne Zeit,
          <br/>die das Chaos stillt ...</text>
        <text type="main">... ja, eine Nacht, die die Wächter warnt,
          <br/>dass die Zeit nicht träge wird,
          <br/>uns mit dem Alter erlahmt
          <br/>und zum Schlafen verführt.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Auf dem weiten Ozean (der Wind und ich)">
        <text type="main">Gleich einer Feder auf den Wellen
          <br/>treibst du mich fort, zarter Wind, unwissend wohin.</text>
        <text type="main">Bin ich frei oder trägt mich dein seelenschwerer Willen ?
          <br/>Du wiegst mich und manchmal ergibt es einen Sinn.</text>
        <text type="main">In vielen Wirren dich zu lieben,
          <br/>in sanften Brisen ahnend, was dein Sein bestimmt.</text>
        <text type="main">Willst du deinen ganzen Atem an mich verlieren ?
          <br/>Ich bin nur eine Feder und du der Wind.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Tiere ?">
        <text type="main">Irgendwann müssen wir alle sterben,
          <br/>sind lang genug Lebende auf Erden.
          <br/>Wir erschaffen Dinge, die vergehen.
          <br/>Fähig unseren Trieben zu widerstehen ?</text>
        <text type="main">Irgendwie müssen wir alle leben,
          <br/>von Zeit zu Zeit geben, ohne etwas zu nehmen.
          <br/>Tage beginnen und müssen enden,
          <br/>Doch lassen wir es dabei bewenden ?</text>
        <text type="main">Irgendwo wollen wir friedlich schlafen.
          <br/>Wir sind Menschen, doch wie weit entfernt vom Affen?
          <br/>Eine Horde, die, weil sie existiert, sich fragt: weswegen?
          <br/>Den im Spiegelbild wollen wir am Wenigsten verstehen.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Casinofieber">
        <text type="main">Steht einer da und fröhlich singt:
          <br/>'Die Welt ... iiist .. nur eeiin .. Spiiieel !'
          <br/>Geht einer schnell vorbei und winkt,
          <br/>Er verstehe ihn: ’Ich lebe den gleichen Stil.’</text>
        <text type="main">Kommt ein weiterer Herr stolziert,
          <br/>der mit seinen Gewinnen prahlt,
          <br/>„Ich bin wie ihr. Hab’n bißchen spekuliert.“
          <br/>Die Zeche haben andere bezahlt.</text>
        <text type="main">Und wenn der Reiche stirbt und grient:
          <br/>'Glück blieb mir nie vergönnt.'
          <br/>Da denke ich (und lach’ mit ihm!?) :
          <br/>’Was macht doch der Zufall blind.’</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Unausgepackte Geschenke, die ich auf einer Mülldeponie fand">
        <text type="main">Zwischen Küchenabfällen und alten Zeitungen lag ein buntes Ding.
          <br/>Ich machte es auf und fand darin einen goldenen Ring.</text>
        <text type="main">Darauf stand in großen Worten: Ich liebe dich. Endete wohl in großem Schmerz.
          <br/>Unter Fotokopien fand ich ein gebrochenes Herz.</text>
        <text type="main">Ich suchte weiter und stieß auf einen wunderschönen Liebesbrief.
          <br/>Fand noch dies und das, umso weiter ich lief.</text>
        <text type="main">Der Tag ging zu Ende und ich stolperte über einen Rosenstrauß,
          <br/>und dachte so bei mir: ’Nicht alles im Leben geht gut aus.’</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Funktionsprüfung">
        <text type="main">Lebenserhaltende Systeme: normal
          <br/>Motorische Fähigkeiten: eingeschränkt
          <br/>Gedankenstrom: instabil
          <br/>Träumen: chaotisch verwirrt
          <br/>Spekulationen: fern der Wirklichkeit
          <br/>Sehen: Anomalien folgend
          <br/>Glauben: schwer beschädigt
          <br/>Sensibilität: im roten Bereich
          <br/>Sicherheitssysteme: ausgeschaltet
          <br/>Gehirn: außer Kontrolle</text>
        <text type="main">Überprüfung: fehlgeschlagen</text>
        <text type="main">Diagnose: ausschalten und neustarten.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Weißer Sand und blauer Ozean">
        <text type="main">Ich schiebe dich weg
          <br/>und warte darauf, daß dein Blick mich zu dir zieht,
          <br/>du nach mir verlangst,
          <br/>während du in weißem Sand sitzend nichts sagst,
          <br/>und ich in die Fluten stürzen will aus Angst,
          <br/>daß dies mit uns geschieht,
          <br/>im Augenwinkel zu sehen,
          <br/>wie du weggehst und mich vergißt.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Nach langer Zeit">
        <text type="main">Spürst du diese Dunkelheit, ihre wahre Leichtigkeit ?
          <br/>Was flüstert dir der Wind ? Manch Flamme nie verglimmt.</text>
        <text type="main">Was macht uns seelenverwandt ?
          <br/>Fußspuren im Sand. Dich sehen nach langer Zeit.
          <br/>Und reden von Freiheit, von Zukunft und längst Vergangenem,
          <br/>der sehnsüchtigen Art von unverfangenem Ich sein,
          <br/>noch wie ein Kind,
          <br/>nicht off'nen Auges blind ?</text>
        <text type="main">Du glaubst an den Mann im Mond, der hoch am Himmel dort wohnt !?
          <br/>Denkst du es gibt einen Stern, greifbar nah und doch so fern ?
          <br/>Wenn du alle Hoffnung verloren,
          <br/>in einsamen Nächten eisgefroren, vom Sinn des Seins träumst,
          <br/>in den Schlaf dich weinst ... ?</text>
      </subchapter>
    </subchapter>
    <subchapter level="1" title="Phase drei">
      <subchapter level="1" title="Zapping">
        <text type="main">Wildes Schalten durch meinen Geist, der aus Gedanken in mir kreist.</text>
        <text type="main">Auf Programm Eins: ein Film über mein kurzes Leben
          <br/>Auf Programm Zwei: das meine Winzigkeit philosophisch diskutiert
          <br/>Schalten auf Sechs: wo flinke Kobolde Träume weben
          <br/>Und auf der Elf: wird mir Stärke und Selbstsicherheit suggeriert</text>
        <text type="main">Meine Gedanken sind verwirrt, habe mich auf Nimmerwiedersehen in mir verirrt</text>
        <text type="main">Ich schalte um: wo Schwachsinnigkeiten aus dem Fernseher rinnen
          <br/>Bleibe dabei: schmecke leichte Kost, liegt schwer im Magen
          <br/>Kann’s nicht mehr ertragen: und ruhe in Worten, die erinnern
          <br/>Mit geschlossenen Augen die Schönheit der Dinge bewundern, der Andere sich ergeben ...
          <br/>Mein Leben, und wen es entzückt: habe währenddessen weitergedrückt</text>
        <text type="main">Auf Kanal Sero: Höre ich Geister poltern
          <br/>... eins weiter: und es bleibt mir nichs als
          <br/>Der Informationskanal: und die Möglichkeit den Geist mit Wissen zu foltern.
          <br/>Ich schalte mich ein, ich schalte mich aus !</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Mit herausgerissener Zunge">
        <text type="main">Ich hasse Telefone, die unaufhörlich klingeln
          <br/>und schrille Wecker, die niemand ausstellt.
          <br/>Ich achte jene Menschen, die sich auf sich selbst besinnen
          <br/>und nicht als kannten sie die ganze Welt.</text>
        <text type="main">Ich hasse Einkaufspaläste, die vielen Atrappen,
          <br/>das Marktgeschreie ist mir gleich,
          <br/>hasse doppelt UnGesagtes - sinnloses Plappern,
          <br/>die Sehnsucht auf ein schöneres Himmelreich.</text>
        <text type="main">Ich hasse Endlosschleifen der immer gleichen Lieder,
          <br/>wenn’s jammernd aus den Boxen bricht.
          <br/>Den grausamen Gesang von farbenprächt'gem Gefieder
          <br/>eines HochglanzAllerweltsgesichts.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Frage?">
        <text type="main">Wer will schon ewig glücklich sein,
          <br/>täglich mit diesem Grinsen im Gesicht
          <br/>durch die Welt streifen,
          <br/>als wäre alles eitel Sonnenschein ?</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Ninja-Ei">
        <text type="main">Ein Ei, das rollt voll Ungeduld,
          <br/>lebt von Wiederholung in ovaler Drehung.
          <br/>Sucht einen Sinn von Anbeginn.
          <br/>Scheinbar existent.
          <br/>Hartgekocht im Moment.</text>
        <text type="main">Ich schaue ihm zu und immerzu
          <br/>gleicht sich unser Zustand -
          <br/>verwirrt kreist der Verstand:
          <br/>Bin ich wie das Küken im Ei ?</text>
        <text type="main">Und es umkreist den Tisch verweist,
          <br/>springt und bewegt und dreht sich,
          <br/>als wenn es schwebt.</text>
        <text type="main">Und also dann,
          <br/>nicht angetan von der Lüge zu sein,
          <br/>bleibt es mit sich allein.
          <br/>Und ist, was es war: ein Ei.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Engelsschwärmerei">
        <text type="main">Kleiner Engel setze dich ohne Scheu zu mir !
          <br/>Und sind es meine Hände, die dich fangen,
          <br/>sie halten dich nur für kurze Zeit.
          <br/>Was bist du ohne Freiheit und ich,
          <br/>wenn ich nicht nach dir verlangen,
          <br/>dich nicht loslassen kann ?</text>
        <text type="main">... Engel !
          <br/>Auch wenn du lange nicht wiederkehrst,
          <br/>beschützt der Gedanke an dich jene Zeiten,
          <br/>in denen mir oft dein Wesen fehlt,
          <br/>die Lebendigkeit, die mich erregt,
          <br/>das Spiel verrücktester Kleinigkeiten ...
          <br/>wie du mit Sanftheit dich mir verwehrst.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="An deinem Fenster">
        <text type="main">Saß eines Nachts an deinem Fenster,
          <br/>als alles schlief, war ich mit dir allein ...
          <br/>und du in fernen Träumen,
          <br/>du im Verborgenen.
          <br/>Mondschein streichelte dein Gesicht,
          <br/>und sanftes Sternenlicht.</text>
        <text type="main">Wünschte mir, dir näher zu sein -
          <br/>doch dieser kleine Augenblick war alles,
          <br/>was mir noch von dir geblieben war:
          <br/>Die Schönheit dieser Stille,
          <br/>der Morgen, der mich erwachen ließ.</text>
        <text type="main">Unsere Liebe in Angst und Sehnsucht erlebt.</text>
        <text type="main">Ich frage mich:
          <br/>War das alles ?,
          <br/>war alles, was wir erlebten und erfühlten nur in meinem Kopf ?
          <br/>Du warst ich und ich du ... nur für den Moment.
          <br/>Für einen Moment waren wir eins.</text>
        <text type="main">Blickte mit scheuen Augen ein letztes Mal zu dir.
          <br/>Der Tag erwachte.
          <br/>Glaubte eine Nachtigall zu hören,
          <br/>als ich mit den ersten Sonnenstrahlen ging.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Jedermann">
        <text type="main">Irgendwer,
          <br/>oder ein Niemand,
          <br/>oder gar nicht mehr,
          <br/>der nicht existiert,
          <br/>doch nicht irgendwer.</text>
        <text type="main">Wer ist hier wer ?
          <br/>Im Falle eines Falles
          <br/>bin ich alles -
          <br/>und alles ist ich.
          <br/>In einer Welt alleingelassen
          <br/>ohne Augenlicht.</text>
        <text type="main">Wer ich wirklich bin
          <br/>zwischen all diesen Tagen,
          <br/>manchmal ganz allein
          <br/>oder einer unter vielen</text>
        <text type="main">... irgendwer.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Ein Lächeln">
        <text type="main">Tage wie diese
          <br/>ohne Nähe.
          <br/>In Kisten verpacktes Ich ...
          <br/>- mein kleinlautes Schwärmen.
          <br/>erinnere mich an dein Lächeln,
          <br/>die Neugier,
          <br/>die du in mir geweckt hast,
          <br/>du unbekanntes Wesen.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Dunkle Erinnerungen">
        <text type="main">Tage, der ich mich erinnere,
          <br/>was ist geschehen mit mir ?
          <br/>Liegen hinter Mauern dort meine Träume ?
          <br/>Jeder Morgen hat seine Melodie,
          <br/>und alles findet seine Wahrheit für bestimmte Zeit.
          <br/>... ich dazwischen.
          <br/>Denke an Gestern und die Tage danach.
          <br/>Will mich nicht in Vergessen ergeben,
          <br/>als wäre nichts mit mir geschehen.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Ein kleiner Unterschied">
        <text type="main">Was glaubst du, wer ich bin ?
          <br/>Liegt in allem ein Sinn ?
          <br/>In jedem Wort, das ich höre ?
          <br/>Von Stimmen umgeben
          <br/>steht nur zwischen den Zeilen die Antwort.</text>
        <text type="main">Kann ich meinen Augen wirklich trauen ?
          <br/>Fragwürdigen Dingen in ihrer selbstverliebten Art ?
          <br/>Was ich sehe und verstehe oder nicht,
          <br/>ob es Tag wird oder Nacht,
          <br/>ob Regen zu Staub zerfällt,
          <br/>oder nichts ist, wie es scheint,
          <br/>mit jedem Mal will ich mich in anderer Weise verlieren.</text>
      </subchapter>
    </subchapter>
    <subchapter level="1" title="Phase vier">
      <subchapter level="1" title="Diktatoren">
        <text type="main">Zwischen leblosem Metall
          <br/>in eisiger Arroganz gefangen.
          <br/>Funktionieren und vegetieren -
          <br/>die Lebensart anonymer Sklaven,
          <br/>mutierter Körper.</text>
        <text type="main">Ein Herzschlag im Maschinentakt.
          <br/>Ein Schild zur Warnung !</text>
        <text type="main">Mein betäuberter Geist,
          <br/>kleinlaut und verborgen
          <br/>schwankt im Chaos des Systems.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Wege ins Licht">
        <text type="main">Ich lasse los,
          <br/>verzweifle an mir.
          <br/>Ich übersehe,
          <br/>übergehe manchmal die Grenzen,
          <br/>die unsichtbaren Grenzen.</text>
        <text type="main">Falle hin
          <br/>in weiches Gras
          <br/>zum Himmel schauend
          <br/>...
          <br/>' Habe Vertrauen !!!!.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Vertrauen">
        <text type="main">Was heißt hier: wir ?
          <br/>Was bedeutest du mir ?
          <br/>Warum senkst du deinen Kopf ?
          <br/>Hab' ein Lächeln von dir erhofft
          <br/>zwischen all diesen Blicken.</text>
        <text type="main">Wahrscheinlich bin ich es,
          <br/>der seinen Zorn verkennt,
          <br/>sich abwendet
          <br/>und nicht versteht.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Zuhörer">
        <text type="main">Heiser erbricht's sich
          <br/>von Theaterbühnen,
          <br/>die Ohnmacht der Worte,
          <br/>wenn keiner diesen traut.</text>
        <text type="main">Es bleibt, wie es fast immer war!
          <br/>Nach dem Sturm folgt Stille,
          <br/>... und jemand,
          <br/>der ihr geduldig zuhört.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Taktstock">
        <text type="main">Leere schwillt in mir
          <br/>wie zähe Wassermassen
          <br/>und gleicht der Stille hier,
          <br/>als wollt' sie mich erfassen.</text>
        <text type="main">Als wollt ich's immer sein,
          <br/>der Takt zwischen den Sekunden,
          <br/>ich krieche und werde ganz klein.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Verwunschenes">
        <text type="main">Auf abgelegenen Wegen
          <br/>Stimmen wiederstehen
          <br/>in Nächten leiser Worte,
          <br/>die durch der Bäume Blätter rinnen,
          <br/>wie Echos aus fernen Tagen.</text>
        <text type="main">Wer ist mir bis hierhin gefolgt ?</text>
        <text type="main">Wer will mit mir auf den Morgen warten ?</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Schlußwort">
        <text type="main">Was ich vergaß im Ganzen:
          <br/>ausgelassen zu Tanzen ...
          <br/>fühlen, was mein Herz begehrt ...
          <br/>Und lachen ist auch nicht so verkehrt.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Qual der Wahl">
        <text type="main">Habe stets die Qual zu wählen
          <br/>oder die Wahl mich selbst zu quälen.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Fremde Weisheiten">
        <text type="main">Was mich nicht umbringt, das macht mich stärker
          <br/>Und falle ich um, dann lauf' ich weiter.
          <br/>Ist die Mauer hoch, klett're ich rüber,
          <br/>Eine kleine Lüge macht mich nicht zum Betrüger.</text>
      </subchapter>
    </subchapter>
    <subchapter level="1" title="Phase fünf">
      <subchapter level="1" title="Zeichen der Vergangenheit">
        <text type="main">Schön zu wissen, daß du mich wirklich liebst.
          <br/>Schön zu wissen, daß du mich niemals haßt.
          <br/>Schön zu wissen, daß du dich mir hingibst.
          <br/>Und vieles für immer verblaßt.</text>
        <text type="main">Schön zu wissen, daß alles möglich ist.
          <br/>Schön zu wissen, daß dies Gefühl nicht stirbt.
          <br/>Schön zu wissen, daß ich dich vermißt
          <br/>und es nie mehr wie früher wird.</text>
        <text type="main">Schön zu wissen, wieviel wir uns bedeuten !?
          <br/>Schön zu träumen, was bringt uns die Zeit ?.
          <br/>Schön zu vergessen, gestern zu bereuen.
          <br/>Schön zu wissen, jeder hat seine Wirklichkeit.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Die Zeit ohne Dich">
        <text type="main">Jeder Baum, jeder Strauch und jeder Tag,
          <br/>jedes Gesicht in dieser verlassenen Welt.</text>
        <text type="main">Jede Nacht, jeder Traum und jedes Lied,
          <br/>jeder Abschied ist ohne dich im Arm nichts wert.</text>
        <text type="main">Sekunden, Minuten, lange Stunden,
          <br/>eine lange Woche, von der ich nicht weiß,
          <br/>was sie mir bringt.</text>
        <text type="main">Will dich nicht vergessen,
          <br/>manchmal dich suchend.
          <br/>Finde ich dich wieder Sonnenkind ?</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Gute Nacht ... Andacht">
        <text type="main">Träume süß mein Engel,
          <br/>schlafe glücklich ein.
          <br/>Ich denke oft an dich,
          <br/>um dir ganz nah zu sein.</text>
        <text type="main">Ich vermisse dich
          <br/>und phantasiere für wahr.
          <br/>Die Tage und die Nacht -
          <br/>dein leiser Flügelschlag.</text>
        <text type="main">Zum Himmel hoch hinauf,
          <br/>zu wachen, wenn du schläfst.
          <br/>Bin dein Sandmann am Abend,
          <br/>der dich vom Tag erlöst.</text>
        <text type="main">Auch wenn weit weg ich bin,
          <br/>mein Herz teilt deinen Schmerz,
          <br/>... träume süß mein Engel !</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Wie ....... ?">
        <text type="main">Wie ein Fisch im Wasser schwimmen
          <br/>durch Bäche, die sich wild verirren.</text>
        <text type="main">Wie in Vogel mich erheben
          <br/>und kunstvoll durch die Lüfte schweben.</text>
        <text type="main">Wie ein Stern am Himmel glimmen,
          <br/>die Nacht verführen und verspielen,</text>
        <text type="main">meine Phantasien auszuleben,
          <br/>in jeden Tag mich zu verlieben.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Einfachheit">
        <text type="main">Das Wunderbarste auf der Welt ist es doch
          <br/>am Morgen aufzuwachen, der Tag beginnt,</text>
        <text type="main">sich nicht zu erinnern, was gestern war,
          <br/>die Zeit nicht zählen, die wie im Flug verrinnt.</text>
        <text type="main">Zu verstehen, daß es nicht einfach ist zu leben.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Zeit">
        <text type="main">Wir wollen leben, auf ewig leben,
          <br/>die Zukunft ändern, nach Träumen streben,
          <br/>auf alle Fragen die Antwort kennen.
          <br/>Wir können viel, doch nicht Vergangenes wenden.</text>
        <text type="main">Wir werden sterben. Manches von vorn beginnen.
          <br/>Wer hatte ein schönes Leben, wer will sich daran erinnern ?
          <br/>Wir machen Fehler, die wir offensichtlich leugnen.
          <br/>Wir erfinden das Rad von Zeit zu Zeit von Neuem.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Scheinwelten">
        <text type="main">Farbenfrohes Sein
          <br/>' überspielter Schein.
          <br/>Makelloses ist
          <br/>arroganter Mist.
          <br/>Hinter Mauern kalt
          <br/>mit nackter Gewalt.
          <br/>Scheinwelten sind schön
          <br/>solange sie steh'n.
          <br/>Masken tragt ihr
          <br/>nicht nur zur Zier.
          <br/>Was ist schon ein Tag,
          <br/>wenn niemand euch fragt:
          <br/>"Wie geht es dir?"</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Einschlafmelodien">
        <text type="main">Die Vögel, sie sind aufgewacht.
          <br/>Ihr Lied von allen Dächern lacht.
          <br/>Sie haben sie zum Schweigen gebracht,
          <br/>Die wunderbare Stille der Nacht.</text>
        <text type="main">Es wird Morgen.
          <br/>Vogelgeschrei auf allen Frequenzen.
          <br/>Ich will schlafen,
          <br/>während alles andere erwacht.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Heldenhaft">
        <text type="main">In meinen Träumen bin ich der Held
          <br/>Ganz ungeniert und ungestellt.
          <br/>Und ist der Tag zum Leben erwacht,
          <br/>Bin einer von vielen ich in der Schlacht.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Irrtum"></subchapter>
    </subchapter>
    <subchapter level="1" title="Phase sechs">
      <subchapter level="1" title="Frühlingsboten">
        <text type="main">Haßt du nicht den Frühling,
          <br/>wenn du allein im Grünen sitzt,
          <br/>die Vögel Balza tanzen
          <br/>und nur die Sonne deine Stirn küßt.</text>
        <text type="main">Schmetterlinge fliegen,
          <br/>nur nicht um dein Herz,
          <br/>alles scheint sich, nur nicht dich zu lieben,
          <br/>die Einsamkeit beginnt im März.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Erwartungsvoll">
        <text type="main">Kein Blatt regt sich,
          <br/>Feuerspeier schlafen,
          <br/>selbst Wanderdünen und was sie begraben.</text>
        <text type="main">Der Tag steht fast still,
          <br/>gibt sich keinen Namen;
          <br/>die Luft ist dünn
          <br/>und kaum noch zu atmen.</text>
        <text type="main">Ein jeder versteckt sich
          <br/>ohne Sinn für Heldentaten.
          <br/>Sie meiden die Hitze und das Licht und warten</text>
        <text type="main">und warten und warten ...</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Spezialisten,">
        <text type="main">die in weisen Büchern nisten,
          <br/>sich selbst überlisten mit Was-wäre-wenn;</text>
        <text type="main">die immer bei einer Sache bleiben,
          <br/>sie im Kleinsten noch verzweigen
          <br/>die graue Theorie;</text>
        <text type="main">nun bleibt der Traum vom höhern Sein,
          <br/>das Hirngespinst,
          <br/>die Geistesblitze:
          <br/>wie man einen Bleistift spitzer spitze.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Mensch gegen Mensch">
        <text type="main">Wer hat hier was vertauscht ?
          <br/>Lehnt sich auf
          <br/>Und bleibt bei Unterwürfigkeit.</text>
        <text type="main">Oder kollabiert dieser Gegensatz
          <br/>Mensch für Mensch ?</text>
        <text type="main">Sind wir so verschieden ?
          <br/>Soll es so sein ?
          <br/>Im Wandel zwischen Stein-zu-sein
          <br/>und Momenten zu lieben ... so selten geworden.</text>
        <text type="main">Wer erfindet Maschinen
          <br/>und demontiert sich damit selbst ?</text>
        <text type="main">Von Mensch zu Mensch
          <br/>variert dies Gesetz,
          <br/>das keines sein sollte.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Glamour">
        <text type="main">Wer nicht dem Glitzern verfällt
          <br/>in dieser bunten Welt,
          <br/>in der Elstern Perlen schachern.
          <br/>Und Schönheitsköniginnen plappern.</text>
        <text type="main">Wo Sterne schnell verglühen
          <br/>und genjusierte Blumen blühen,
          <br/>sich Menschen stoffumhüllen
          <br/>und schöne Worte mit Schwachsinn füllen.</text>
        <text type="main">Wo jeder sein Ego ausstaffiert,
          <br/>mit Möchtegern verziert.
          <br/>Und was soll ich sonst noch erwähnen:
          <br/>Zum guten Ton zählt Ideen stehlen.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Marktschreier">
        <text type="main">Wir verkaufen Dir ein Ding,
          <br/>das Liebe heißt und deine Triebe stillt.
          <br/>Und bis du nicht gewillt,
          <br/>wollen wir nur, daß du davon weißt.</text>
        <text type="main">Wir verkaufen Dir ein Ding,
          <br/>das dich sehend macht
          <br/>und dich zum Grübeln bringt,
          <br/>daß du im Regen singst
          <br/>und mit jedem Tropfen lachst.</text>
        <text type="main">Wir verkaufen Dir ein Ding,
          <br/>mit dem du jedem Schmerz entrinnst,
          <br/>du auf Wolken tanzt,
          <br/>jeden Wettstreit gewinnst,
          <br/>auch wenn du das Spiel nicht kannst.</text>
        <text type="main">Wir verkaufen Dir ein Ding,
          <br/>nicht das Blaue vom Himmel.
          <br/>Wer gibt noch ein Gebot ?
          <br/>Kauft Leute; kauft: !!!
          <br/>Ist unser letztes Angebot !!!</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Deine Nähe">
        <text type="main">Wieviele Rätsel willst du mir stellen,
          <br/>mich verwirrt der Augenblick, wenn es mich zu dir zieht
          <br/>und mir dieses eine Bild im Geiste bleibt:</text>
        <text type="main">Wer bist du ?</text>
        <text type="main">Wem ist Tag und Nacht gegeben,
          <br/>vom Lichte angetan, Mond und Sonne zugewandt ?</text>
        <text type="main">Was macht mich fremd für dich, mich nah ?</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Der zitternde Blick">
        <text type="main">Ein Tagtraum verbringt die Nacht
          <br/>und beim ersten Sonnenlicht erinnere ich mich wieder:</text>
        <text type="main">an jene feenhafte Gestalt
          <br/>und meinen zitternden Blick,
          <br/>der sie berühren wollte und nicht konnte;</text>
        <text type="main">meinen trockenen Mund,
          <br/>der sich im Geiste ’bard
          <br/>und süße Worte schuldig blieb.</text>
        <text type="main">Warum habe ich nur geschaut,
          <br/>nichts gesagt
          <br/>und bin erst am Morgen aufgewacht ?</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="01000011 01010000 01010101">
        <text type="main">Es ist ein fremdes Gehirn, das mich ordnet,
          <br/>ist selbst nur von Ja und Nein bestimmt.
          <br/>Ergibt sich nicht - eher selten -
          <br/>was unsere Seelen trennt und uns die gleiche nimmt.</text>
        <text type="main">Drücke ich mich durch ihn aus ?
          <br/>Oder benutzt er mich ?
          <br/>Steuere ich ihn ?
          <br/>Oder führt er mich vor ?</text>
        <text type="main">Auf meiner Flucht in ihn,
          <br/>mir selbst übermächtig,
          <br/>dringe ich immer ferner in sein Ich.</text>
        <text type="main">Doch schon in sich versperrt er mir die Sicht,
          <br/>gibt sie schwerlich frei.</text>
        <text type="main">Ein alter Kasten, Takt für Takt, steht vor mir,
          <br/>hört mir zu, nimmt mich auf,
          <br/>während ich ihm erzähle, was ich denke ...</text>
        <text type="main">In aller Sehnsucht mich endlich zu finden,
          <br/>kränke ich sein System mit meinem Hirn.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Mißbrauch">
        <text type="main">Ich kaufte einmal irgendso ein Ding.
          <br/>Es glitzerte so schön !</text>
        <text type="main">Es schaute MICH an !</text>
        <text type="main">Ein argwöhnischer Blick, wenn ich es heute so betrachte ...</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Unaufmerksamkeit">
        <text type="main">Kam einer daher und wollte MIR die Finsternis mit der Nacht erklären.
          <br/>Ich führte ihn hinaus,
          <br/>es war sternenklar, vollmondverdickt, fast Tag,
          <br/>und ich sagte zu ihm, diese hier dürfte sich nicht einmal als dunkel bezeichnen.</text>
        <text type="main">Wir kamen in Streit, zu keiner Einheit,
          <br/>nur hier und da.
          <br/>Er sagte es sei um ihn finster ... er könne gar nichts sehen.
          <br/>Nicht einmal die Sterne am Himmel wollte er erspähen!</text>
        <text type="main">... ich schaute ihm in die Augen
          <br/>und sie blickten starr an mir vorbei.</text>
      </subchapter>
      <subchapter level="1" title="Einmal">
        <text type="main">Kann mich noch an dich erinnern
          <br/>und kann mich noch nach dir verzehren.
          <br/>Andere Feuer wärmen uns
          <br/>und unseres wollte allzuschnell verglimmen,
          <br/>fast erloschen die letzten Bilder,
          <br/>was wir zueinander sagten.
          <br/>Eine Mauer, die unsichtbar zwischen uns steht
          <br/>und doch irgendwie nicht mächtiger wird !</text>
      </subchapter>
    </subchapter>
  </main>
</documentation>